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Buchtitel, Beck-Verlag

Bücher über Marlene Dietrich, neu 2017:



Eva-Gesine Baur: „Einsame Klasse – Das Leben von Marlene Dietrich.“

C. H. Beck-Verlag, München, 2017. 576 Seiten. 40 Abbildungen. ISBN 978-3-406-70569-4

Eine große Biografie! Zum 25. Todesjahr des Ufa- und Hollywood-Filmstars Marlene Dietrich an diesem Samstag hat Eva Gesine Baur ein neues Buch über die Diva vorgelegt. Die Autorin bringt der Femme fatale eine neidlose Achtung, aber auch ehrliches Mitgefühl entgegen. Das bewahrt die Biografin davor, die überragende Persönlichkeit entweder zu vergöttern oder zu verteufeln. Denn das kann leicht passieren, wenn man sich von einem so starken Charakter an die Wand gedrückt fühlen könnte, selbst wenn die Heldin schon lange tot ist. Stattdessen ist ein Buch entstanden, das man nach mehr als 500 Seiten nur ungern beiseite legt – man hätte immer weiterlesen können.

Der Titel „Einsame Klasse“ bildet in seiner Doppeldeutigkeit den roten Faden durch das 91-jährige Leben der Schauspielerin. Die „Dietrich“ wurde zum Mythos in der Film-Welt. Vielfach wurde sie ausgezeichnet und zweimal für den Oskar nominiert.

Sie war „Einsame Klasse“ aber auch, weil sie in Deutschland unter der Diktatur der Nationalsozialisten keine Filme drehte. Für ihr Engagement während des Zweiten Weltkriegs erhielt sie hohe Auszeichnungen der USA, Frankreichs und Israels.

Diese Spitzenleistungen hatten ihren Preis: Bis zu ihrem Tod wurde sie in Deutschland wegen ihrer Standhaftigkeit mit Schmähungen gequält. Dietrich litt ein Leben lang unter Einsamkeit, selbst dann, wenn sie von vielen Menschen umgeben oder in eine Liebes-Affäre verstrickt war – sie war Teil einer „Klasse der Einsamkeit“.

Das Buch beschreibt die Kindheit in einem Berlin vor den Kriegen.

Baur lässt die Dietrich-Auftritte vor amerikanischen GIs an der Front während des Zweiten Weltkriegs lebendig werden.

Zu ihrem Schrecken musste sie erfahren, dass ihre Schwester eine Kantine in Bergen-Belsen betrieben hatte, nicht weit vom KZ entfernt. „Zu nah, um nichts wahrgenommen zu haben vom Verwesungsgestank und vom Geruch des Krematoriums vom KZ.“

Danach verleugnete Marlene ihre Schwester in der Öffentlichkeit.

……

Bei ihrer Beerdigung in Berlin säumten Tausende den Weg vom Flughafen zum Friedhof.


Siehe auchBearbeiten

  • Elisabeth Will:Im Schatten des blauen Engels. In: DIE ZEIT Nr. 40/2017
    • (Während Marlene Dietrich Hollywood erobert und die US-Soldaten bei Laune hält, betreibt ihre Schwester Elisabeth ein Truppenkino in Bergen-Belsen. Der kaum bekannte Briefwechsel der beiden ist das Dokument einer heimlichen Geschwisterliebe.

Von Heinrich Thies, 27. September 2017, Editiert am 29. September 2017, DIE ZEIT Nr. 40/2017, 28. September 2017)

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  • Der Verlag schreibt darüber: Vamp, Diva, Legende: Es sind immer dieselben Begriffe, die mit Marlene Dietrich verbunden werden und den Blick auf sie verstellen. Diese Ausnahmeperson war widersprüchlicher, moderner und kompromissloser als jeder andere Hollywoodstar. Doch was diese Frau so außergewöhnlich machte, zeigt sich erst, wenn sie in ihrer Zeit gesehen wird.
Marlene Dietrich zog Hosen an, als Frauen dafür auf offener Straße Prügel ernteten. Sie holte ihr Kind nach Hollywood, als Muttersein das Aus für einen erotischen Filmstar bedeutete. Sie widerstand den Lockrufen Hitlers, als viele ihrer Kollegen umfielen. Und sie begann in einem Alter eine zweite Bühnenkarriere, in dem andere für immer abtraten. Eva Gesine Baur hat sich auf die Fährte einer Persönlichkeit begeben, die sich systematisch dem Zugriff entzog und immer noch Rätsel aufgibt: Wie konnte eine Frau, deren Liebhaber Erich Maria Remarque, Gary Cooper, Jean Gabin, John F. Kennedy und Yul Brynner hießen, sich als nicht schön bezeichnen? Warum zweifelte sie an ihren schauspielerischen Fähigkeiten? Wie kam es, dass diese umschwärmte Diva ein Leben lang über Einsamkeit klagte? Und was war der Grund dafür, dass der Mensch, den Marlene Dietrich am meisten liebte, ihre Liebe nicht zu erwidern imstande war - das einzige Kind?
  1. Rezensionsnotiz der Frankfurter Allgemeine Zeitung, FAZ, am 05.05.2017: Dietmar Dath drückt sein Bedauern aus, dass jemand vom Format der Dietrich in Deutschland noch immer mit der Lupe zu suchen ist. Derweil die Suche weitergeht, liest Dath die Biografie der Psychologin und Medienwissenschaftlerin Eva Gesine Baur, nur um festzustellen, dass dem Phänomen Dietrich auch mit viel Einfühlung und Kenntnis der Seelenkunde nichts wesentlich Neues zu entlocken ist. Dietrichs Einsamkeit und Mehrdeutigkeit, ihre Beziehung zu Deutschland, zu ihrem Kind, zu Gott und der Welt, meint Dath, werden zwar erläutert, bringen aber doch wieder nur die Erkenntnis, dass diese "große Deutsche" wohl noch für lange einzig bleiben wird.
  2. Rezension beim Radiosender Deutsche Welle, 05.2017, von Jochen Kürten, mit vielen Bildern.
  3. * Zitat: Marlene Dietrich starb 1992 in ihrer Pariser Wohnung nach langen Jahren, in denen sie kaum Kontakt zu Freunden und Bekannten hatte. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde sie in Berlin beigesetzt. Damit hatte eine lange Reise ihr Ende gefunden.