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Die heutige Gemeinde Terezin (Tschechien) liegt rund eine Autostunde nördlich von Prag an der Mündung des Flusses Ohře (Eger) in die Labe ( = Elbe).

Theresienstadt, eine von hohen Mauern umgebenen, spätbarocke Festungsstadt der Donaumonarchie, war von den Nationalsozialisten zwischen 1941 und 1945 als Sammel- und Durchgangslager ( = Konzentrationslager) für mehr als 140.000 Juden vor allem aus der Tschechoslowakei und Deutschland missbraucht worden. Nur 23.000 Häftlinge des Theresienstädters Konzentrationslagers, als "Getto" sprachlich von den Tätern verharmlost, haben den Holokaust überlebt. Die meisten sind also nach und nach ermordet worden. Etwa 88.000 Häftlinge wurden weiter vor allem ins KZ Auschwitz-Birkenau und in die anderen Vernichtungslager Treblinka, Majdanek und Sobibor deportiert. Die ankommenden und die abfahrenden Züge liefen über den zwei Kilometer südlich gelegenen Bahnhof Bohušovice

Nachdem das "Getto" 1945 durch die Alliierten aufgelöst worden war, kehrten ab 1946 die einst zwangsausgesiedelten tschechischen Bewohner der Stadt in ihre Häuser zurück. Über Jahrzehnte wurde zu vergessen versucht, was in den Häusern geschehen war. Als Fischer 1997 gemeinsam mit Wildberg erstmals ins Souterrain der örtlichen Sparkasse hinabstieg, dort, wo sich während der deutschen Besatzung die SS-Kommandantur befunden hatte, entdeckten sie Zellen.


In ihrer grenzenlosen Menschenverachtung verklärten die Nationalsozialisten das Zwangslager Theresienstadt als eine Art Kurort für besonders Privilegierte: Der Welt gegenüber präsentierten sie das Getto wahlweise als Vorzeigelager, Alterssitz oder gar "jüdisches Siedlungsgebiet" - so der Titel eines 1944 in Theresienstadt gedrehten, in seinem Zynismus kaum erträglichen Propagandafilms.

  • Fischer spricht auf der Website www.ghettospuren.de Verwandte oder Freunde von Überlebenden des "Gettos" / deutschen NS-Konzentrationslagers an.

"Theresienstadt ist übersät mit Relikten aus der Zeit des Ghettos. Es ist mir nicht bekannt, dass es ein NS-Lager gibt, in dem eine solche Fülle vergleichbarer Hinterlassenschaften von Häftlingen existiert", sagt Uta Fischer. Gemeinsam mit einem deutsch-tschechischen Team von Autoren, Denkmalpflegern und Restauratoren haben sich Uta Fischer und der Autor und Fotograf Roland Wildberg seit 2005 der Sicherung dieser Spuren gewidmet.

Links dazu:Bearbeiten

9/2014

Besuch einer Kommission des Roten KreuzesBearbeiten

Im Oktober 1943 wurden auch 476 Juden aus Dänemark ins KZ Theresienstadt deportiert.

Die große Mehrheit der dänischen Juden konnte allerdings vor der Deportation gerettet werden. Die meisten flohen nach Schweden oder konnten im Land untertauchen und waren damit für die deutsche Besatzungsmacht nicht mehr greifbar. Aber auch die in Theresienstadt eingesperrten jüdischen Landsleute wurden von der dänischen Regierung nicht im Stich gelassen. Der Druck, den sie auf das Regime der Nationalsozialisten ausübte, trug maßgeblich dazu bei, dass die Nationalsozialisten – zu Propagandazwecken und zur Täuschung der internationalen Öffentlichkeit über den Charakter von Konzentrationslagern – Theresienstadt für einige Monate zu einem Vorzeigelager machten.

Zur Vorbereitung eines „Besuchs“ einer Kommission des Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) begann die SS im Dezember 1943 mit einer großangelegten „Stadtverschönerungsaktion“. Die IKRK-Kommission "besichtigte" Theresienstadt am 23. Juni 1944 auf einem genau einstudierten Rundgang. Die Kommission inspizierte dabei die im Vorfeld extra eröffneten Cafés, den ebenfalls nur für das Rote Kreuz eingerichteten „Kinderpavillon“, das Siechenheim und das Zentralbad und wohnte einer Aufführung der Kinderoper Brundibár bei. Separate Vier-Augen-Gespräche mit Häftlingen fanden nicht statt.

Ein Propagandafilm wurde gedrehtBearbeiten

Im Anschluss an den Besuch der IKRK-Kommission wurde der Film Theresienstadt. Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet vom 1. bis 11. September 1944 mit gefangenen jüdischen SchauspielerInnen und einer SS-Filmcrew gedreht. Mit der Regie wurde teilweise der Häftling Kurt Gerron beauftragt, der im "Reich" als Regisseur von Filmen mit Heinz Rühmann und Hans Albers bekannt war. Er wurde strikt auf jedem Schritt kontrolliert. In dem Film sollte ausschließlich gezeigt werden, wie gut es den Juden unter den „Wohltaten“ des Dritten Reiches ging.

Nach den Dreharbeiten wurden die meisten SchauspielerInnen und der Regisseur ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Der Film kam im Krieg nie in die Kinos.

Wikipedia-Links dazu:Bearbeiten

Das Konzentrationslager

Da sich die AutorInnen bei Wikipedia über einige Fragen bei der Darstellung nicht einig werden konnten, gibt es dazu zwei Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia:


Der Film


Dort heißt es über K. Gerron:

"Gerrons wohl größte Rolle war die des Zauberkünstlers Kiepert in Sternbergs Blauem Engel (1930), außerdem wirkte er auch in der Filmoperette Die Drei von der Tankstelle (1930) mit, die für den noch unbekannten Heinz Rühmann den Durchbruch im Filmgeschäft bedeutete. Gute Kritiken erhielt Gerron auch als Regisseur beliebter Filme wie Es wird schon wieder besser mit Heinz Rühmann oder Der weiße Dämon mit Hans Albers."