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Leo Haas (geb. am 15. April 1901, gest. am 13. August 1983 in Berlin) war Maler und Grafiker.

Leo Haas gehörte zur Technischen Abteilung der Häftlingsverwaltung im Konzentrationslager Ghetto Theresienstadt und fertigte im so gen. Zeichensaal Skizzen, Grafiken und Illustrationen zu Berichten der “Selbstverwaltung“ an.


Ende Juli 1944 war die SS nach dem Besuch durch die Delegation des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes auf ihn und die anderen drei Zeichner aufmerksam geworden. Die vier Verschwörer reagierten blitzschnell und versteckten belastendes Material: Haas mauerte seine Bilder ein. Gerade noch rechtzeitig: Am 17. Juli wurden die Künstler verhaftet und in den „Bunker“ in der Kommandantur gebracht.

Die SS schob sie mit Frauen und Kindern in die Kleine Festung ab – „R.u.“ (Rückkehr unerwünscht) stand routinemäßig auf den Überstellungsdokumenten. Nachträglich erfolgte auch die Anklage: Die Künstler wurden der „Gräuelpropaganda“ beschuldigt – ein Straftatbestand, den es seit 1934 im Deutschen Reich gab. Als Grundlage diente das „Heimtückegesetz“, ein Gummiparagraph: „Gehässige, hetzerische oder von niedriger Gesinnung zeugende Äußerungen“ gegen den Staat konnten mit Haft in unbestimmter Höhe bestraft werden. Dieses Gesetz schützte die Nazis wirkungsvoll vor Kritikern.

L. Haas wurde nach Auschwitz deportiert. Leo Haas und der Architekt Norbert Troller überlebten.


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