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UFA, Berlin — Universum Film AG, …


Bis heute steht der Name der Produktionsfirma UFA für deutsches Kino in guten wie in schlechten Zeiten. Es gab bei ihr visionäres Kino ebenso wie perfide Propaganda. In ihren Produktionen spiegelt sich die deutsche Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wider.

Der tv-Sender ARTE zeigt anlässlich des 100. Gründungsjubiläums der UFA (1917-2017) ab August eine repräsentative Filmreihe, die den großen Bogen von der Stummfilm-Zeit bis heute schlägt.

Der UFA-Schwerpunkt bei ARTE umfasst 14 Spielfilme und zwei neu produzierte Dokumentarfilme. In drei Sendestaffeln, im August, September und Dezember 2017, dazu begleitend auf der Homepage von ARTE, stellt die Reihe die wichtigsten Regisseure der UFA vor, Filmemacher wie Georg Wilhelm Pabst, Friedrich Wilhelm Murnau, Douglas Sirk, Josef von Sternberg, Robert Siodmak, Helmut Selpin und Veit Harlan.

Filme mit den größten Stars der UFA zeigen die ganze Vielfalt. Alle Genres sind in dieser Filmreihe vertreten: Kostüm- und Revuefilm, Screwball-Comedy, Krimi und Melodram, Kulturfilm, Stummfilm und auch Propagandafilm.

Geschichte Bearbeiten

==== Vor genau 100 Jahren, im Jahr 1917, unternimmt die Oberste Heeresleitung mit Hindenburg und Ludendorff an der Spitze noch einmal immense Anstrengungen, um den Kriegsverlauf zu wenden. 

Eine davon ist die Gründung der UFA. Ludendorff hat die Bedeutung von Filmpropaganda erkannt und gründet mit Geldern der Deutschen Bank und des Deutschen Reiches durch einen Zusammenschluss verschiedener Filmfirmen die Universum Film AG, kurz UFA. Die Filmproduktionsfirma ist also nicht erst durch ihre Rolle im Nationalsozialismus mit Propaganda verbunden, sondern bereits in ihrer Geburtsstunde.

Ausgestattet mit einem Grundkapital, das sie europaweit konkurrenzfähig macht, soll sie in allen Bereichen der Filmwirtschaft (Produktion, Verleih, Kinobetrieb) tätig sein. Durch den Zusammenschluss einzelner Produktionsfirmen ist sie im Besitz von Ateliers, wie beispielsweise in Tempelhof, und hat Produzenten unter ihrem Dach, die wiederum Regisseure und Schauspieler mitbringen – oft schon eingespielte, erfolgreiche Teams.

STARS ==== Unter diesen Firmen, die in der UFA aufgehen, ist auch die Projektions-AG Union (PAGU) von Paul Davidson. Mit Davidson kommen die Stars Ossi Osswalda und Ernst Lubitsch zur Ufa, wenig später kommt die May-Film GmbH von Joe May hinzu. Auch er setzt seine äußerst erfolgreiche Arbeit unter anderem mit Fritz Lang, Thea von Harbou und E. A. Dupont als Produzent nun unter dem neuen Dach fort.

In den folgenden Jahren werden Meilensteine der deutschen Filmgeschichte wie Metropolis von Fritz Lang realisiert. Prägend für diese Erfolge der frühen 20er-Jahre ist Erich Pommer. Er gilt als der erste moderne Filmproduzent – ein »kreativer Produzent«, der zahlreiche Stars entdeckt und aufbaut, ein Gespür für Stoffe und Talente hat. 

Seinem Mut auch für ungewöhnliche Stoffe sind Filme wie Das Cabinet des Dr. Caligari zu verdanken. Seine Vision vom Gesamtkunstwerk Film, vielleicht mehr noch die Freiräume, die er Regisseuren wie Fritz Lang einräumt, lassen hohe Produktionskosten entstehen, die durch die Einspielergebnisse an der Kinokasse nicht aufgefangen werden können. Anfang 1926 tritt Pommer von seinen Funktionen bei der UFA zurück.

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